Theoretische Untersuchungen zielen darauf ab, die syntaktischen und semantischen Methoden zu vereinheitlichen und sie mit anderen formalen Konzepten zu kombinieren, um den Spezifikationskomfort zu verbessern und in natürlicher Weise weitere Anwendungsbereiche zu erschließen. Erstes Ergebnis in dieser Richtung ist eine neue Methode zur eleganten und knappen Spezifikation der statischen Semantik von Programmiersprachen basierend auf einer Kombination aus Prädikatenlogik und Attributgrammatiken. Die aktuellen Arbeiten konzentrieren sich auf die Integration von Inferenzmechanismen in die Attributauswertung. Ziel einer derartigen Erweiterung ist zum einen die Behandlung dynamischer Semantik (z.B. Interpretergenerierung), zum anderen der Einbau von Logikkalkülen in generierte Programmierumgebungen, so daß Programme mit Hilfe von benutzerdefinierten Anfragen analysiert und die Korrektheit von Zusicherungen bewiesen werden kann.
Auf der Basis der oben skizzierten Kombination aus Prädikatenlogik und Attributgrammatiken wurde außerdem das System MAX (Münchner Attributierungssystem für Unix) entwickelt. Es erlaubt zum einen knappere Spezifiaktionen auf höherem Niveau, zum anderen macht es die analysierten und attributierten Syntaxbäume für nachfolgende Anwendungen vollständig transparent.